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Japanisch für Anfänge

Kontakt, Bodenhaftung, der Schwerpunkt auf einem Fuß, der andere mit der Spitze im Boden verwurzelt, die Körperachse aufrecht zwischen Himmel und Erde als stabiles Dreieck, das aber jederzeit und in jede Richtung in Bewegung kommen kann, Aufmerksamkeit, Lächeln, Präsenz, Partnerkontakt, Eröffnung der Spirale und die Bewegung fließen lassen.

Das sind zentrale Begriffe im Kinomichi, wenn Du sie bei den Übungen in deutscher oder englischer Sprache hörst.

Aber viele Übungen werden der japanischen und französischen Tradition Noros folgende beim Trainin auch in japanisch oder französischer benannt. Deshalb habe ich angefangen, mir ein erstes, kleines Japanisch-Deutsch-Wörterbuch mit den wichtigsten Begriffe und ihre Bedeutung zu notieren.

Japanisch-Französisch Deutsch Anmerkung
Ki Energie  Du spürst es, wenn sie in Dir fließt
Shin Herz  Du zeigst es, wenn Du dem Partner lächelnd und aufmerksam begegnest
Do der Weg  des kontinuierlichen Lernens und der Entwicklung
Jo Japanischer Holzstock  Massagehilfe und macht Kreis- und Spiralbewegungen deutlicher erlebbar
Bokken Japanisches Holzschwert  Fokussiert die Bewegungsenergie und Achtsamkeit
Initiation Rituelle Einführung Sammlung von Übungstechniken für unterschiedliche Niveaus
Maniere Art Ar der Begegnung, des  Begnungsrhytmus
Form Form Art des Greifens der Hände bzw. des Körperkontaktes, ehemals Art des Angriffs
I Ein  1
Ni Zwei  2
San Drei  3
Yon Vier  4
Go Fünf  5
Ten Himmel  Endbewegung führt zum Himmel
Chi Erde  Endbewegung führt zur Erde
Omote Oberfläche, Außenseite Omate waza = vor mir, dem Partner zugewandt
Ura Verdeckte Seite, Rückseite Ura waza = mit dem Rücken zum Partner
Tori Initierende Rolle ehemals Angreifer, Werfender
Uke Empfangende Rolle ehemals Verteidiger, Empfangender

Wenn die Lehrerin sagt, jetzt machen wir „itten, 1. Form, in der 3. Art Omote“, dann übersetzt das z.B. der Uke-Partner für sich im Kopf so: Aha, in der 3. Art der Begegnung (Bewegung, Statitik, Bewegung) kommt Tori wie ein Komet in Bewegung auf Uke als Planet zu, es kommt zur verlangsamten Übung im Kontakt und mündet in einer zentrifugalen Bewegung. Das ganze in der 1. Form des Kontaktes (überkreuz, Hand ergreift Hand) in der die Hände wie beim Händeschütteln in Kontakt kommen. Die eigentliche Technik ist itten (1, Himmel) und zwar Omete, d.h. in der Variante einer Körperdrehung, in der Uke den Tori vor sich vorbeikreisen lässt.

MIt so einer Spezialsprache kann man in wenigen Fachausdrücken kompakt sehr komplexe Abläufe beschreiben. Im Zweifelsfall hilft es aber mehr, genau zuzuschauen, was die Leherin gerade vormacht und es dann einfach in eigene Bewegung zu übersetzen.

Tori und Uke, als Angreifende und Verteidiger, passen eigentlich nicht mehr ins Kinomichi, das eher derPhilosophie folgt, beide sind stets Gebende. Wenn einer beim Training den Partner fragt, fängst Du an, meinen wir meist, bist Du die „Mitte“, die in der Rolle des „Verteidigers“ beim Kontakt aber eher den „aktiven Part“ übernimmt und sich für eine bestimmte Übungstechnik. Daran erkennt man, wie sehr die traditionellen Rollen sich gewandelt haben.

Diese Liste ist nicht komplett und wird bestimmt noch wachsen.